Münchner Merkur | Wolfratshausen, 25.07.2011
Die Frau, mit der man „broudln“ will
Originaltext: www.merkur-online.de
Wolfratshausen - Sie lässt das Leben „Leb’n sei“, strahlt und macht aus der Loisachhalle ihr eigenes kleines Hawaii. Nach einem Claudia-Koreck-Konzert sind 400 Besucher beseelt. Oder fertig.
Da steht sie nun, barfuß, im geblümten Kleid, mit einem breiten Lachen im Gesicht. Sie streicht sich das Haar hinters Ohr und greift zur Ukulele, stimmt die ersten Takte von „Aloha“ an. „Des is’ hawaiianisch und hoaßt ,Griaß Eich‘.“
Claudia Koreck gehört zu der Sorte von Menschen, die man umarmen will, wenn man sie auf der Straße trifft. Mit der man nach dem Konzert am liebsten noch sauber Brotzeit machen würde - „Broudln“, wie sie es nennt. Da ist es ganz egal, ob man ihre Musik nun mag oder nicht: Wenn sie so herzige Sätze sagt wie „Deads ihr aa so gern essn wia i?“, dann kann sie sicher sein, dass spätestens jetzt eine Welle der Sympathie die gut 400 Loisachhallen-Besucher überrollt.
Die Traunsteinerin fegt über die Bühne, singt und tanzt, als sei sie der Duracell-Hase persönlich. Aber sie verbiegt sich nicht. Sie tut es, weil sie es tun muss.
Würde sie es anders machen, könnte das viele Gefühl, das aus ihrer Musik herausgeht, manchmal ein bisschen erdrückend wirken. Aber Claudia Koreck macht sich eben ihre Gedanken über sich und die Welt. Singt über das „Mensch sei“ und das „Ewige Lebn“ und darüber, dass „i ned oiwei besser sei muas, wia i bin“. Als bei „Fliang“ endlich keiner mehr sitzt, strahlt sie und streckt den Daumen in die Luft.
Nach zwei Stunden sind 400 Konzertbesucher glücklich und beseelt von so viel Lebensfreude und Leidenschaft. Manche vielleicht aus dem selben Grund ein bisschen fertig. Claudia Koreck freut sich „auf an Ratsch am Merchandise-Stand“. Und die Reporterin? Geht nach Hause - erstmal sauber „broudln“.





